Projekte & Kooperationen

Die Berliner Diabetes Gesellschaft initiiert und begleitet Projekte und Kooperationen, die die interdisziplinäre und intersektorale Zusammenarbeit fördern. Unser vorrangiges Ziel ist, das diabetologische Versorgungsangebot für Menschen mit Diabetes in der Stadt zu verbessern und den kollegialen Austausch auszubauen.

Akademie der Wannseeschulen

Die Förderung der Weiterbildung ist der Berliner Diabetes Gesellschaft ein besonderes Anliegen. Aufgrund einer fehlenden Weiterbildungsstätte zur Diabetesberaterin DDG/zum Diabetesberater DDG stellte dies lange Zeit im Nordosten Deutschlands ein Problem dar. 2015 konnte endlich diese Lücke geschlossen werden. Seither finden die Weiterbildungskurse regelmäßig in der Akademie der Wannseeschulen statt.
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Geschichte des Kurses

Im Herbst 2013 begann der Vorstand der Berliner Diabetes Gesellschaft mit der Planung eines Ausbildungskurses zur/zum Diabetesberaterin/Diabetesberater DDG. Bis dato gab es für diese Qualifikation nur weit entfernte Weiterbildungsstätten. Das bedeutete für die Berliner und Brandenburger weite Wege und für viele Interessierte mit Familie oft eine besondere Hürde. Nach zähem Ringen mit dem Ausschuss für Qualitätssicherung, Schulung und Weiterbildung der DDG war nach dem Erstellen eines Weiterbildungscurriculums nach den Vorgaben der DDG das Ziel (fast) erreicht.

Der Ausbildungsort: Die Wannseeschulen

Nachdem wir auf der Suche nach einer qualifizierten Weiterbildungsstätte mit der Wannsee-Akademie einen hoch reputierten Lehr- und Lernort gefunden haben, stand der Akkreditierung nun nichts mehr im Weg: Es konnte endlich losgehen! Im April 2015 startete der erste komplett gefüllte Kurs mit 25 Teilnehmerinnen/Teilnehmern. Berliner Diabetologinnen/Diabetologen engagieren sich seither erfolgreich als Dozentinnen/Dozenten.

Ein voller Erfolg

Die gute Qualität der Berliner Weiterbildung und der Prüfungsleistungen der Teilnehmerinnen/Teilnehmer wurden vom Ausschuss für Qualitätssicherung, Schulung und Weiterbildung der DDG anerkennend zur Kenntnis genommen. Berlin hat sich deutschlandweit als beliebte Weiterbildungsstätte für Diabetesberaterinnen/Diabetesberater DDG entwickelt.

Kursangebote

Nähere Informationen über das Kursangebot und die Anmeldung erfahren Sie über die DDG und die Akademie:

Zweitmeinungsverfahren

In Deutschland werden zu viel Füße amputiert! Dies trifft vor allem Menschen mit Diabetes: immer noch rund 40.000 bis 50.000 Amputationen pro Jahr entfallen auf diese Patientengruppe.
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Zu viele Amputationen

In Deutschland werden zu viele Füße amputiert! Und das vor allem bei Menschen mit Diabetes: immer noch rund 40.000 bis 50.000 Amputationen pro Jahr entfallen auf diese Patientengruppe. Die Etablierung eines Zertifizierungsverfahrens durch die Arbeitsgemeinschaft (AG) Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft und die damit verbundene multiprofessionelle Kommunikation hat in den vergangenen 15 Jahren zu einem rückläufigen Trend der Major-Amputationsraten geführt. Besonders auffällig ist die Diskrepanz der Amputationsraten je nach Klinik. In spezialisierten Zentren liegt sie bei ca. 3 Prozent, während in Kliniken der Regelversorgung die Amputationsrate bei über 10 Prozent liegt.

Zweitmeinung als Chance:

Im April 2020 wurde nach jahrelanger Forderung der AG Fuß und anderer Fachgesellschaften durch den gemeinsamen Bundesausschuss (g-BA) der Eingriff „Amputation beim Diabetischen Fußsyndrom“ (DFS) in die Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren aufgenommen. Für die Betroffenen bedeutet dieses Recht, dass jeder Arzt, der über den Eingriff einer Amputation aufklärt, auch über das Recht auf eine unabhängige zweite Meinung informieren muss und auch, wie Betroffene an diese Zweitmeinung kommen. Die Zweitmeinung ist ein großer Schritt hin zu einer objektiveren Therapieentscheidung und zur Vermeidung unnötigen Leids. Denn zu oft werden etablierte Standards nicht angewandt und Alternativen vor einer geplanten Amputation nicht erwogen. Wichtig dabei ist, dass jedwede Amputation eingeschlossen ist. Denn auch die sogenannten Minor-Amputationen bedeuten Veränderung am Fuß und können die nächste Amputation triggern. Die Einholung der Zweitmeinung ist als Beratungsgespräch mit und für betroffene Patientinnen/Patienten zu verstehen, damit eine informierte Entscheidung getroffen werden kann. Notfall-Indikationen zur Amputation (zum Beispiel der septische Fuß) sind von diesem Verfahren ausgeschlossen.

Ausblick und Umsetzung

Am 18. März 2021 hat der g-BA eine Änderung der Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren beschlossen, die die zweitmeinungsgebenden Berufsgruppen und deren Qualifizierungskriterien umfänglich definieren. Jetzt steht an, dass sich kompetente Kolleginnen/Kollegen für das Zweitmeinungsverfahren bei den Kassenärztlichen Vereinigungen bewerben, damit das Verfahren bekannt wird und Patientinnen/Patienten dieses einfordern.

Mehr über das Thema Zweitmeinungsverfahren beim Diabetischen Fuß erfahren Sie unter:

Berlin Brandenburger Fußnetz

Die Gründungsidee verfolgte mit einem interdisziplinären und multiprofessionellen Austausch das Ziel, die Behandlungsqualität des facettenreichen Krankheitsbildes des diabetischen Fußes zu verbessern. Begonnen hat das Netzwerk mit wenigen engagierten niedergelassenen Kolleginnen/Kollegen und spezialisierten Kliniken, mittlerweile hat sich das Fußnetz Berlin-Brandenburg gut etabliert und mehr und mehr Kolleginnen/Kollegen schließen sich diesem progressiven Verbund an.
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Geschichte und Ziele

Angetreten als zunächst lose Verbindung engagierter Niedergelassener sowie versierten Kliniken, um die Betreuung von Menschen mit diab. Fußsyndrom zu verbessern, schlossen sich mehr und mehr Diabetologinnen und Diabetologen zum Fußnetz Berlin-Brandenburg zusammen. Gründungsidee war, sich unter- und miteinander auszutauschen, Interdisziplinarität und Multiprofessionalität mit dem klaren Ziel zu fördern, die Behandlungsqualität des facetttenreichen Krankheitsbildes entscheidend voranzubringen. Qualitätsstandards wurden definiert und fest in der beruflichen Praxis verankert, um vermeintlich notwendigen Amputationen abzuwenden.

Unterstützung aus Köln

Durch tatkräftige Unterstützung von Dr. Dirk Hochlenert aus Köln entwickelte sich die gemeinsame Aktivität über den AOK-Vertrag über die Behandlung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom zu einer echten Erfolgsgeschichte. Somit können zumindest für Patientinnen und Patienten der AOK die nicht unerheblichen Behandlungskosten deutlich besser abgebildet werden.

Das Fußnetz heute

Mittlerweile fungiert das Fußnetz auch als quartalsweise stattfindender Qualitätszirkel. Die Teilnahme am Qualitätszirkel ist Voraussetzung für den AOK-Strukturvertrag über die Versorgung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom. Nicht nur für die Umsetzung des Zweitmeinungsverfahren wird dem Fußnetz Berlin-Brandenburg eine entscheidende Rolle als Vermittler zukommen, das Netzwerk ist auch weiterhin Ansprechpartner für alle, die sich mehr mit der Behandlung des diabetischen Fußsyndrom befassen wollen.

Kontakt

Sie suchen einen Operateur, der sparsam operiert? Oder einen Schuhmacher, dessen Schuhe auch getragen werden? Eine Angiologin, die auch kleine verschlossen Gefäße eröffnen kann?
Ihre Anfragen beantworten gerne Dr. Wieland Zittwitz (zittwitz@mvz-bahnhof-spandau.de) oder Dr. Peter Cleef (peter.cleef@dialyse-in-berlin.de).

Berliner Kompetenznetzwerk „Gyndiab“

Auf der Herbsttagung im Oktober 2019 wurde auf Initiative der Berliner Diabetes Gesellschaft das interdisziplinäre Kompetenznetzwerk Diabetes und Schwangerschaft gegründet. Ziele des Netzwerkes sind eine einheitliche Aufklärung und leitliniengerechte verbesserte Versorgung für die betroffenen Frauen und die Etablierung einer konstruktiven interdisziplinären Kommunikation der beteiligten Behandlungsteams.
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Historie und Zielvorstellung

Auf der Herbsttagung im Oktober 2019 wurde auf Initiative der Berliner Diabetes Gesellschaft das interdisziplinäre Kompetenznetzwerk Diabetes und Schwangerschaft gegründet. Ziele des Netzwerkes sind eine einheitliche Aufklärung und leitliniengerechte verbesserte Versorgung für die betroffenen Frauen und die Etablierung einer konstruktiven interdisziplinären Kommunikation der beteiligten Behandlungsteams. Weitere Ziele sind die frühzeitige Überweisung von Frauen mit einem erhöhten Risiko für einen Gestationsdiabetes (GDM) und die Verbesserung der Nachsorge.

Umsetzung

Entstanden ist eine Kontaktliste der beteiligten Praxen und Kliniken, auf die die Teilnehmenden des Netzwerks schnell und unbürokratisch zugreifen können, um kompetente Ansprechpartnerinnen/Ansprechpartner finden zu können. Das Netzwerk unterstützt die tägliche praktische Arbeit der unterschiedlichen Fachgruppen. Kernpunkt ist die einheitliche und systematische Dokumentation der Behandelnden. Die gemeinsame Dokumentationsbasis ist der “Baby On Time”- Einlegebogen für den Mutterpass und bei Bedarf zusätzlich das “gelbe” Blutzuckertagebuch (www.blutzucker-tagebuch.com).

Das Netzwerk trifft sich zweimal jährlich und tauscht Ideen zur Kooperation aus und plant die erforderlichen nächsten Schritte. Die Treffen werden im Wechsel von Diabetologinnen/Diabetologen und Gynäkologinnen/Gynäkologen gestaltet.

Kontakt

Gynäkologie Prof. Dr.med. Ute Schäfer-Graf
E-Mail: ute.schaefer-graf@sjk.de

Diabetologie Dr. med. Fabian Fuchs
E-Mail: info@diabetes-team-berlin.de

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